Der Maklerberuf

 

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Der Makler ist aus der Sicht der Berufstätigkeit ein Verkäufer von Immobilien. Und so wie beispielsweise ein Autoverkäufer die Details eines jeden Autotyps genau kennen sollte, so sollte, ja muss auch ein Makler die Details von Immobilien kennen, um seine Kunden fachkundig beraten zu können.

 

Er braucht also ein immobilienspezifisches Fachwissen UND eine verkäuferische Begabung. Beide gehören zusammen!

 

Die Berufstätigkeit besteht aus einem Mix verschiedener Tätigkeiten. Vor allem aber hat der Makler stets nicht einen, sondern zwei Kunden gleichzeitig:

Einen Verkäufer oder Vermieter einerseits und einen Käufer oder Mieter andererseits, also zwei Parteien als Kunden mit jeweils unterschiedlichen Interessen. Wer als Eigentümer seine Immobilie verkaufen oder vermieten möchte und nicht die Zeit hat oder aufbringen möchte, wendet sich an einen Makler und dieser sucht für ihn den Käufer oder Mieter. Für Makler gibt es somit zwei Arten von Kunden mit unterschiedlichen Intereressen.

 

Der Makler als Bindeglied

Ein Makler steht somit zwischen zwei Fronten bzw. zwischen zwei Interessen: Der Verkäufer möchte einen »hohen Kaufpreis« und der Käufer möchte möglichst wenig bezahlen. Bei der Vermietung ebenso: Der Vermieter möchte eine »hohe Miete« und der Mieter genau das Gegenteil. Aber das ist auch sonst so im Leben: Ein Käufer möchte immer so wenig als möglich bezahlen. Dieses Verhalten ist ganz normal, aber als Makler muss man mit diesen Widersprüchen leben (können) und daraus das Beste machen.

 

Ein Makler ist deshalb das Bindeglied zwischen dem Angebot an Immobilien durch Eigentümer oder Bauträger einerseits und der Nachfrage durch interessierte Käufer oder Mieter andererseits.

 

Menschlich gesehen muss deshalb ein Makler die grundsätzliche Fähigkeit zur Kommunikation mit Menschen haben. Wer deshalb als Mensch mehr introvertiert ist und, wie man allgemein sagt: „nichts redet, wenn man nicht gefragt wird“, dürfte die Maklertätigkeit nicht infrage kommen. Wer aber nur „hirnloses Zeug“ redet, ebenso.

 

Die Arbeit als Makler

Die meiste Zeit verbringt ein selbstständiger Immobilienmakler jedoch hinter dem Schreibtisch, um Maklerverträge auszustellen und um übliche kaufmännische Arbeiten zu erledigen, z.B. Rechnungen auszustellen und eingehende zu bezahlen, die neuen Angebote in das Internet und auf die eigene Website zu stellen, Anfragen zu beantworten, meist per Email, Telefon, WhatsApp usw. und sich Gedanken über die richtige Art der Vermarktung zu machen.

 

Letzteres kann natürlich im Grunde überall erfolgen. Der ebenso wichtige Bereich seiner Arbeit sind Besichtigungen vor Ort. Zum Beispiel muss er die ihm neu angebotenen Immobilien besichtigen und Gespräche mit dem verkaufswilligen Kunden führen. Dies ist wichtig, denn ein Makler braucht natürlich Angebote für Interessenten. Und selbstverständlich muss er auch unzählige Besichtigungen mit Interessenten vornehmen, bis sich schließlich der richtige Käufer oder Mieter findet, der bereit ist, den verlangten Kaufpreis bzw. die verlangte Miete zu bezahlen.

 

Ein sehr wichtiger Teil der Tätigkeit eines Immobilienmaklers liegt deshalb naturgemäß in der Gewinnung von neuen Kunden, der so genannten Akquisition. Man recherchiert beispielsweise in Tageszeitungen, Wochenblättern und dem Internet oder wendet sich direkt an Personen, die möglicherweise ihr Wohn- oder Gewerbeeigentum veräußern oder vermieten möchten. Dazu gehört auch, die sehr wichtige „von Mund zu Mund-Werbung“ aktiv zu betreiben bzw. zu netzwerken.

 

Damit der Verkauf oder die Vermietung auch tatsächlich richtig ablaufen, braucht jeder Makler sehr gute Fachkenntnisse über Immobilien. Dies sind

 

  • * Marktkenntnisse über den jeweiligen örtlichen Immobilienmarkt

und

  • * Immobilienfachkenntnisse über Grundstücke, Grundbuch, Bauleitplanung, Wohnungseigentum, Mietrecht usw.

 

Letztere sind die Schwachstelle bei vielen Maklern und der Gesetzgeber hat nun darauf mit einer Pflicht zur Qualifizierung reagiert (siehe unter Hintergrund).

 

Für den Beruf des Immobilienmaklers bedarf es also einerseits der Begabung zur Offenheit UND andererseits einschlägiger Fachkenntnisse. Diese letztere Anforderung wird meistens unterschätzt. So wie ein Auto- oder Möbelverkäufer eine genaue Kenntnis des Produkts, das er verkaufen will, haben sollte – sonst macht er sich ja wohl lächerlich – so MUSS auch der Makler eine konkrete Kenntnis des „Produkts Immobilie“ haben.