Verwalterberuf WEG

Die Immobilienverwaltung als Berufstätigkeit

ist in der Öffentlichkeit wenig bekannt, obwohl diese „steinalt“ ist. Sie ist unglaublich breit angelegt (Recht, Technik, Verwaltung usw.), vielfältig und sehr verantwortungsvoll.

 

Die Immobilie ist das teuerste Produkt des Menschen und deshalb sind z.B. nur 10 Eigentumswohnungen etwa 2 – 3 Millionen Euro Vermögen der Eigentümer, welches durch „die Verwaltung“ betreut wird. Selbständige Verwalter betreuen 500 – 800 Wohnungen, große Verwaltungen oft mehrere Tausend.

 

Die Arbeit als Verwalter

Die meiste Zeit verbringt ein Verwalter hinter dem Schreibtisch, um übliche kaufmännische Arbeiten zu erledigen (z.B. Rechnungen bezahlen, verbuchen usw.)

  • Anfragen aller Art zu beantworten, meist per Email oder Telefon sich Lösungen für die verschiedensten Probleme zu erarbeiten.

Der ebenso wichtige Bereich seiner Arbeit sind Besichtigungen vor Ort, um den Zustand zu prüfen, ggf. notwendige Instandhaltungsmaßnahmen aufnehmen und die Organisation und Durchführung von Eigentümerversammlungen vorzunehmen.

 

Verwalter brauchen somit ein umfangreiches Fachwissen, vor allem eine genaue Kenntnis des Wohnungseigentumsgesetzes und eine überdurchschnittliche Sensibilität, weil es überwiegend immer um Menschen geht: Handwerker mit ihren Stärken und Schwächen und den Menschen, die in den Wohnungen wohnen.

 

Typische allgemeine Verwaltungsaufgaben sind:

♦ Kontoführung, Finanzen, Budget und Abrechnungen

  • ♦ Technische Verwaltung:

♦ Instandhaltung, Wertverbesserungen und Modernisierung

♦ Probleme von Mietern und Eigentümern

  • ♦ Buchführung:Verbuchung aller Einnahmen und Ausgaben
  • ♦ Zahlungsverkehr, vor allem Bezahlung von Rechnungen
  • ♦ Mahnwesen: Mahnung bei ausstehenden Mieten oder Hausgeldzahlungen
  • ♦ Wirtschaftsplan: Festlegung des Hausgeldes für nächstes Jahr
  • ♦ Jahresabrechnung bzw. Abrechnung der Betriebskosten sowie aller Bewirtschaftungskosten für alle Nutzer

 

usw. Es handelt sich um grundsätzliche Verwaltungsarbeiten, die immer zu tun sind, unabhängig davon, um es sich um Eigentums- oder Mietwohnungen handelt. Bei größeren Verwaltungsunternehmen sind diese selbstverständlich auf mehrere Abteilungen aufgeteilt. Für alle wichtig ist:

 

Die Instandhaltung und Instandsetzung

Bei Instandsetzungen geht es meistens um größere Schäden und damit um große Beträge, weshalb ist hier eine vorsichtige Vorgehensweise, u.U. mit Experten, empfehlenswert ist. In der Regel sind auch technische Probleme zu lösen, sogar oft auch bei den vielen Kleinreparaturen. Diese Maßnahmen muss der Verwalter nicht selbst durchführen, sondern organisieren, d.h. erst wissen, was zu tun ist, den entsprechenden Handwerkern konkrete Aufträge erteilen, die Rechnungen prüfen und bezahlen.

 

Der Beruf des Immobilienverwalters ist somit eine vielseitige und interessante Berufstätigkeit mit einer langfristigen Perspektive. Als Verwalter wird man nicht reich, dafür ist die Tätigkeit relativ krisenfest, denn Immobilien brauchen immer eine Verwaltung! Selbst wenn sie leerstehen sollten. Und sie überdauern aufgrund ihrer Beständigkeit jede wirtschaftliche Krise.

 

Wer sich also als Verwalter bzw. Verwalterin betätigen will, braucht, unabhängig vom Rechtsverhältnis, d.h. ob angestellt in einem Unternehmen oder als selbständiger Verwalter stets eine immobilienspezifische fachliche Ausbildung. Nur dann sind gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche, dauerhafte und relativ krisensichere Tätigkeit gegeben. Das angebotene Ausbildungsbuch liefert dazu die Grundlagen.